Montag, 31. Mai 2010

Blu-ray: Legend of Goemon

Verkaufsstart: 28.05.2010
Länge: 129 min.
FSK: 16
Regie: Kazuaki Kiriya
Darsteller: Josuke Eguchi, Ryoku Hirosue, Takao Osawa, Eriko Sato


Plot: 
Japan im Jahr 1582. Der vom Volk geliebte Meisterdieb Ishikawa Goemon, eine Art japanischer Robin Hood, erleichtert machtgierige Adelige um ihr Hab und Gut, um es den Ärmeren im Volk zu geben. Bei einem seiner tollkühnen Raubzüge stiehlt er eine wertlos anmutende Box ohne zu wissen, dass diese Büchse der Pandora das Schicksal des gesamten Landes beeinflussen kann. Kurz darauf scheint ganz Japan in Aufruhr und Goemon sind Heerscharen grausamer Ninja-Krieger auf den Fersen. Dame Cha Cha - die sich in ihn verliebt - versucht ihm zu helfen, seine Mission zu erfüllen. 

Kritik: 
Mit "Casshern" schuf Ex-Videoclip-Regisseur Kazuaki Kiriya 2004 eine der aufwändigsten und spektakulärsten Manga-Realverfilmungen aller Zeiten. Bereits damals war klar, was Kiriya kann und was nicht. Auf der einen Seite die stylische Optik und überwältigende Bildsprache, auf der anderen Seite eine redselige, von haufenweise unnötigen Längen durchzogene Story. "Casshern" sollte hoch emotional werden, ließ aber erstaunlich kalt.
Bei seinem neuesten Werk "Legend of Goemon" scheint es zunächst, als hätte Kiriya dazugelernt. Statt den Zuschauer gleich zu Beginn mit einem endlosen Redeschwall zu überrollen, eröffnet er seinen Film mit einer Actionsequenz. Viel ändert das freilich nicht, die Längen folgen diesmal im Mittelteil und machen Legend of Goemon zu einem stellenweise ermüdenden Filmerlebnis. Leider ist auch die emotionale Ebene wieder ziemlich unterkühlt. Und das obwohl - oder vielleicht gerade weil - es der Film förmlich zu erzwingen versucht.
Dass "Legend of Goemon" trotzdem prächtig unterhält, liegt hauptsächlich daran, dass Kiriya in allem, was er tut, maßlos übertreibt. Sein Epos ist mal unsagbar kitschig, mal versinkt es in triefendem Pathos. Der Overkill setzt sich in der gigantischen Optik nahtlos fort. Jedes Bild wirkt überstilisiert, das Ende geht dann gänzlich in einem aberwitzigen CGI-Sturm unter. Klingt schrecklich? Nein, das ist wunderbar! Und zwar gerade weil alles so vollkommen überzogen ist. 

Die Filmmusik: 
Der Score von Akihiko Matsumoto setzt dem ohnehin schon arg pathetischen Film noch den Zuckerguss auf. Herzzerreißende Streicher-Melodien dominieren den Soundtrack, ein paar Rock-Klänge lockern das Ganze etwas auf. Positiv: Matsumoto verzichtet - anders als Shiro Sagisu in "Casshern" - auf die Dauerdröhnung und gönnt uns einige ruhige Momente.
Kinothek meint: Erfüllt seinen Zweck.

Fazit: 
Zunächst einmal: "Legend of Goemon" ist besser als "Casshern". Er ist zielstrebiger und mit mehr Tempo erzählt, aber visuell mindestens genauso überwältigend. Gleichzeitig ist er jedoch immer noch überlang, überfrachtet, überzeichnet. Bei Kazuaki Kiriya ist alles irgendwie "über", und man merkt all seinen Filmen die Videoclip-Herkunft an. Stil vor Substanz - das scheint zu Kiriyas Leitspruch zu werden. Was könnte er für ein Meisterwerk hervorbringen, wenn er sich einfach auf die Regie beschränken und die Schreiberei den Profis überlassen würde. So ist "Legend of Goemon" unterhaltsamer, beeindruckender Popcorn-Bombast für Fantasy-Fans. Wie schon "Casshern" absolut empfehlenswert, aber mit Schwächen.

Kinothek-Rating: 79%

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